Lehren in Jerusalem
Das Theologische Studienjahr Jerusalem lädt dazu ein, Lehrveranstaltungen für das akademische Jahresprogramm vorzuschlagen.
Das Studienjahr bietet rund 20 leistungsstarken Theologiestudierenden ein interdisziplinäres Intensivstudium in Jerusalem. Wechselnde Gastdozierende aus unterschiedlichen theologischen oder anderen wissenschaftlichen Disziplinen gestalten ein Curriculum, das wissenschaftlich anspruchsvolle Lehre mit den besonderen Lernmöglichkeiten Jerusalems und des Heiligen Landes verbindet.
Der Call for Lectures eröffnet die Möglichkeit, eigene Forschung in eine hoch motivierte Lerngruppe einzubringen, neue Lehrformate zu erproben und das jeweilige Jahresthema aus unterschiedlichen fachlichen, konfessionellen und methodischen Perspektiven zu erschließen.
Besonders willkommen sind Lehrveranstaltungen, die aus aktuellen Forschungsfragen oder laufenden Forschungsvorhaben hervorgehen. Lehrende können offene Fragen, Materialien und methodische Herausforderungen gemeinsam mit den Studierenden erkunden und weiterentwickeln. Auf diese Weise verbindet das Studienjahr lehrende Forschung mit forschender Lehre.
- Wer kann sich bewerben?
- Das Lehrformat
- Die Studierendengruppe
Der Call richtet sich an promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus:
- den christlichen Theologien aller Disziplinen,
- jüdischer und islamischer Theologie,
- Judaistik und Jüdischen Studien,
- Religions- und Islamwissenschaft,
- Archäologie und Geschichtswissenschaft,
- Philosophie, Politik- und Sozialwissenschaften,
- weiteren Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften.
Die vorgeschlagenen Lehrveranstaltungen können in deutscher oder englischer Sprache stattfinden.
Wir begrüßen ausdrücklich Bewerbungen aus unterschiedlichen konfessionellen, religiösen, fachlichen und internationalen Kontexten.
Die Lehrveranstaltungen werden als kompakte Blockveranstaltungen innerhalb einer Woche durchgeführt.
Vorgesehen sind wahlweise:
- sechs Doppelstunden à 90 Minuten (für Einzelpersonen) oder
- zehn Doppelstunden à 90 Minuten (i.d.R. nur für Paar- oder Gruppenbewerbungen).
Möglich sind Vorlesungen, Hauptseminare, Kolloquien oder kombinierte Formate. Auch methodisch innovative Lehrkonzepte, Workshops und Veranstaltungen mit Exkursions- oder Begegnungsanteilen sind willkommen.
Die Lehrveranstaltung soll auf das jeweilige Jahresthema bezogen sein und den besonderen Studienort nach Möglichkeit inhaltlich oder methodisch aufnehmen. Jerusalem und das Heilige Land können dabei als historische, theologische, religiöse, archäologische, kulturelle oder gesellschaftspolitische Lernräume erschlossen werden.
Die Lehrveranstaltungen können gesicherte Forschungsergebnisse vermitteln, aber ebenso Einblick in aktuelle wissenschaftliche Prozesse geben. Besonders interessant sind Formate, in denen die Studierenden an offenen Fragestellungen, neuen Materialien oder der Erprobung wissenschaftlicher Zugänge beteiligt werden.
Die Lehrveranstaltungen richten sich an eine Gruppe von etwa 20 leistungsstarken Studierenden unterschiedlicher theologischer Studiengänge und christlicher Konfessionen.
Die Teilnehmenden bringen verschiedene fachliche Schwerpunkte, Studienerfahrungen und Sprachkenntnisse mit. Erwartet wird daher ein wissenschaftlich anspruchsvolles, zugleich klar strukturiertes Lehrkonzept, das unterschiedliche Voraussetzungen berücksichtigt und die Studierenden aktiv in die gemeinsame Arbeit einbezieht.
Die Lehrenden wohnen während ihres Aufenthalts gemeinsam mit den Studierenden im Studienhaus Beit Josef. Dadurch setzt sich der wissenschaftliche Austausch häufig bei Mahlzeiten, Veranstaltungen, Exkursionen und im gemeinsamen Alltag fort.
Der Bewerbungszeitraum für das 54. Theologische Studienjahr startet im Oktober 2026.
Was wir bieten
Eingeladene Lehrende erhalten in der Regel:
- die Übernahme der erforderlichen Reisekosten,
- Unterkunft und Vollverpflegung im Studienhaus Beit Josef für bis zu zwei Wochen,
- für eine mitreisende Begleitperson einen Zuschuss von 50 Prozent zu den Kosten für Unterkunft und Verpflegung,
- die Möglichkeit zur kostenfreien Teilnahme an Exkursionen und Veranstaltungen des Studienjahres,
- Unterstützung bei der Planung und Organisation der Lehrveranstaltung,
- Zugang zu wissenschaftlichen und institutionellen Netzwerken in Jerusalem und der Region.
Aus einer Lehrveranstaltung geht zudem die Einladung hervor, einen wissenschaftlichen Beitrag für den jeweiligen Jahresband des Studienjahres in der Reihe Jerusalemer Theologisches Forum (JThF) einzureichen.
Die verbindlichen Leistungen und Bedingungen werden im jeweils aktuellen Call for lectures ausgewiesen.
Was uns überzeugt
Die Vorschläge werden nach folgenden Kriterien bewertet:
- Wissenschaftliche Qualität
- Bezug zum Jahresthema
- Lehrkonzept
- Bezug zum Studienort
- Wissenschaftliches Profil
- Curriculare Passung
Die Lehrveranstaltung entwickelt eine fachlich präzise und wissenschaftlich relevante Fragestellung. Sie knüpft an aktuelle Forschung an und lässt eine nachvollziehbare methodische Bearbeitung erkennen.
Besonders positiv berücksichtigt werden Vorschläge, die aus einem laufenden Forschungsvorhaben hervorgehen, neue Materialien oder Fragestellungen erschließen oder einen eigenständigen Beitrag zur Weiterentwicklung eines Forschungsfeldes leisten.
Das Konzept erschließt das jeweilige Jahresthema aus einer eigenständigen Perspektive und leistet einen erkennbaren Beitrag zum Gesamtprofil des Jahrgangs.
Inhalte, Lernziele, Methoden und Ablauf sind überzeugend aufeinander abgestimmt. Die Studierenden werden aktiv in die Lehrveranstaltung einbezogen.
Besonders willkommen sind innovative Formate, in denen Studierende nicht allein Forschungsergebnisse rezipieren, sondern an wissenschaftlichen Erkenntnisprozessen, offenen Fragen oder methodischen Erprobungen beteiligt werden.
Der Vorschlag nutzt nach Möglichkeit die besonderen Lernmöglichkeiten Jerusalems und des Heiligen Landes. Dies kann durch thematische Bezüge, lokale Perspektiven, Exkursionen, Begegnungen oder die Arbeit mit Orten und materiellen Zeugnissen erfolgen.
Berücksichtigt werden die fachliche Qualifikation, die erkennbaren Forschungsschwerpunkte, einschlägige Veröffentlichungen sowie Erfahrungen in der Hochschullehre. Dabei werden alle Kriterien im Verhältnis zur jeweiligen Karrierephase betrachtet.
Die Veranstaltung ergänzt die weiteren Lehrangebote des Studienjahres und trägt zu einer fachlich, methodisch und konfessionell ausgewogenen Gestaltung des Jahresprogramms bei.
Bewerbungsunterlagen
Für eine Bewerbung werden benötigt:
- ein einseitiges Exposé der geplanten Lehrveranstaltung,
- ein tabellarischer wissenschaftlicher Lebenslauf von zwei bis drei Seiten,
- die Angabe, ob sechs oder zehn Doppelstunden angeboten werden,
- Angaben zur zeitlichen Verfügbarkeit im ausgeschriebenen Studienzeitraum.
Das Exposé sollte insbesondere enthalten:
- Titel und zentrale Fragestellung,
- Bezug zum Jahresthema,
- fachlicher und methodischer Ansatz,
- Lernziele,
- vorgesehener Ablauf und Lehrmethoden,
- mögliche Studien- oder Prüfungsleistung,
- gegebenenfalls geplante Exkursionen, Begegnungen oder besondere Arbeitsformen.
Sofern die Lehrveranstaltung aus einem aktuellen Forschungsvorhaben hervorgeht oder zu dessen Weiterentwicklung beitragen soll, kann dieser Zusammenhang im Exposé kurz erläutert werden.
Die Bewerbung wird während der Ausschreibungsphase über das unten eingebundene Bewerbungsformular eingereicht.
Das Auswahlverfahren
Die eingereichten Vorschläge werden von einem Auswahlgremium bewertet. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter der Studienleitung, des Wissenschaftlichen Beirats, der Dormitio-Abtei beziehungsweise der Hochschule Sant’Anselmo sowie der Studierenden an.
Alle formal vollständigen Bewerbungen werden anhand eines einheitlichen Kriterienrasters geprüft. Die Mitglieder des Gremiums bewerten die Vorschläge zunächst individuell. Anschließend werden die Einzelbewertungen zusammengeführt. Daraus entsteht eine nach der kumulierten Punktzahl geordnete Liste der eingereichten Vorschläge. Auf dieser Grundlage berät das Gremium die Zusammensetzung des Jahresprogramms. Neben der erreichten Bewertung werden dabei auch die fachliche und konfessionelle Ausgewogenheit des Curriculums, die Repräsentanz der Geschlechter, unterschiedliche methodische Zugänge und die zeitliche Verfügbarkeit berücksichtigt.
Auf Grundlage dieses Verfahrens können Einladungen ausgesprochen werden:
- zur Durchführung einer Lehrveranstaltung im Jahresprogramm oder
- zur Einreichung eines wissenschaftlichen Beitrags für den Jahresband.
Die Bewerberinnen und Bewerber werden innerhalb des im aktuellen Call genannten Zeitraums über das Ergebnis informiert.
Die wissenschaftliche Qualität der eingereichten Vorschläge ist sehr hoch. In das Jahresprogramm können jedoch nur eine begrenzte Zahl von Veranstaltungen und eine ausgewogene Auswahl unterschiedlicher Perspektiven aufgenommen werden.
Eine nicht ausgesprochene Einladung bedeutet deshalb nicht, dass ein Vorschlag fachlich nicht überzeugen konnte. Auch die thematische Zusammensetzung des Curriculums, Überschneidungen mit anderen Einreichungen und die zeitliche Planung beeinflussen die Auswahl.
Wir ermutigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausdrücklich, sich bei der Passung eines zukünftigen Jahresthemas erneut zu bewerben. Ebenso freuen wir uns, wenn der Call for Lectures in wissenschaftlichen Netzwerken, Fachgesellschaften, Instituten und unter Kolleginnen und Kollegen weitergegeben wird.
