Acht Monate leben und lernen in Jerusalem
Das Theologische Studienjahr verbindet intensives Studium der biblischen und theologischen Fächer mit der einzigartigen Erfahrung, an den heiligen Stätten des Heiligen Landes zu studieren. Archäologische Exkursionen, interreligiöse Begegnungen und das Leben in einer internationalen Gemeinschaft machen das Jahr zu einem außergewöhnlichen Studienabschnitt.
Seit über 50 Jahren haben mehr als 1.000 Studierende der katholischen und evangelischen Theologie dieses Programm absolviert. Sie studieren dort, wo Bibel. Geschichte und Gegenwart unmittelbar aufeinandertreffen.
- Auf einen Blick
- Studieren in Jerusalem
- Das Heilige Land als Lernort
- Das Studienhaus Beit Josef
- Lehre
- Exkursionen
- Events
- Ökumene und Dialog
- Masterclass
- Praxiswochen in Jerusalem
Studienjahr auf einen Blick
Dauer: 8 Monate, September bis Pfingsten
Zielgruppe: Studierende aller christlichen theologischen Studiengänge
Unterrichtssprachen: Deutsch und Englisch
Studienumfang: mind. 60 ECTS, Blockseminare, Exkursionen, Gastvorträge
Ort: Dormitio-Abtei / Beit Josef auf dem Zionsberg, nahe der Jerusalemer Altstadt

Acht Monate Theologie in Jerusalem: Das Theologische Studienjahr verbindet ein anspruchsvolles Studium mit dem Leben in ökumenischer Gemeinschaft und der unmittelbaren Erfahrung des Heiligen Landes.
Seit 1973 kommen Studierende unterschiedlicher theologischer Studiengänge auf dem Zionsberg zusammen. Lehre, Exkursionen und Begegnungen eröffnen neue Perspektiven auf biblische Texte, religiöse Traditionen sowie Geschichte und Gegenwart der Region.

Im Heiligen Land begegnen sich Judentum, Christentum und Islam in unterschiedlichen Traditionen und Ausprägungen. Heilige Orte, religiöse Gemeinschaften und historisch gewachsene Lebenswelten liegen oftmals unmittelbar nebeneinander. Zugleich ist das Land von politischen Konflikten, gesellschaftlichen Ungleichheiten und konkurrierenden Erinnerungen geprägt.
Das Studienjahr reduziert diese Komplexität nicht auf einfache Erklärungen. Es eröffnet Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven wahrgenommen, wissenschaftlich eingeordnet und kritisch miteinander ins Gespräch gebracht werden.

Lebens- und Lernmittelpunkt des Studienjahres ist das Studienhaus Beit Josef auf dem Gelände der Benediktinerabtei Dormitio auf dem Zionsberg. Hier befinden sich die Wohnräume der Studierenden, der Lehrsaal, die Büros der Studienleitung und gemeinschaftlich genutzte Bereiche.
Gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche, Arbeitsphasen und die Verantwortung für den Alltag schaffen eine Lebens- und Lerngemeinschaft, in der unterschiedliche konfessionelle, akademische und persönliche Perspektiven aufeinandertreffen. Auch die Lehrenden wohnen während ihres Aufenthalts im Studienhaus. So setzt sich der wissenschaftliche Austausch im gemeinsamen Alltag fort. Die Bibliothek der Dormitio-Abtei unterstützt das wissenschaftliche Arbeiten vor Ort.
Das Zusammenleben verlangt Eigenverantwortung, Rücksichtnahme und die Bereitschaft, den Alltag aktiv mitzugestalten. Daraus entstehen intensive Lernprozesse, persönliche Beziehungen und ein Netzwerk, das häufig weit über das Studienjahr hinaus Bestand hat.
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Weitere InformationenDas Theologische Studienjahr ist als interdisziplinäres Intensivstudium angelegt. Zu seinen Schwerpunkten gehören:
- Bibelwissenschaft und Archäologie,
- Ökumenische Theologie und Ostkirchenkunde,
- Jüdische Studien und Islamwissenschaft,
- interreligiöse und interkulturelle Theologie,
- Geschichte, Politik und Gesellschaft im Heiligen Land.
Die Lehre findet überwiegend in einwöchigen Blockveranstaltungen statt. Deutschsprachige Gastdozierende aus theologischen sowie geistes-, kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen gestalten das Programm gemeinsam mit Forschenden lokaler Hochschulen und weiteren Fachleuten aus der Region.
Jeder Jahrgang steht unter einem theologischen Jahresthema, das Lehrveranstaltungen, Exkursionen und weitere Formate miteinander verbindet. Studien- und Prüfungsleistungen können nach Maßgabe der Prüfungsordnung für das Studium an der Heimathochschule anerkannt werden. Unterrichtssprachen sind Deutsch und Englisch.

Wissenschaftliche Exkursionen
bilden eine tragende Säule des Studienjahres. Mehrtägige Studienreisen führen in den Negev mit einem Schwerpunkt auf Gruppendynamik und Spiritualität, nach Galiläa mit Schwerpunkten in Archäologie, Neuem Testament und Judaistik sowie nach Jordanien mit einem archäologischen Schwerpunkt.
Hinzu kommen zahlreiche Tagesexkursionen im gesamten Heiligen Land. Vor Ort verbinden die Studierenden wissenschaftliche Fragestellungen mit Landschaften, historischen Stätten, religiösen Traditionen und gegenwärtigen Lebenswelten.

Gastvorträge, Studientage und Begegnungen
erweitern das akademische Programm um aktuelle Themen und unterschiedliche Perspektiven. Eingeladen werden Gäste aus Wissenschaft, Religion, Politik, Kultur, Medien und Zivilgesellschaft.
Die Studierenden werden dabei selbst zu Gastgeberinnen und Gastgebern: Sie übernehmen Organisation und Moderation und gestalten den Austausch mit den Gästen. So sammeln sie praktische Erfahrungen in der Veranstaltungsarbeit und knüpfen persönliche Kontakte und Netzwerke, die über einzelne Events und das Studienjahr hinausreichen können.

Ökumenisches Lernen
gehört zum Alltag des Studienjahres. Katholische, evangelische und orthodoxe Studierende und Lehrende bringen ihre Traditionen in Studium und Gemeinschaft ein. Ökumenische Werkwochen, gemeinsame Gottesdienste, Patriarchatsbesuche und Begegnungen mit den Ostkirchen vertiefen den innerchristlichen Austausch.
Interreligiöser Dialog wird ebenso durch feste Formate und persönliche Begegnungen geprägt. Die Muslimisch-Christlichen Werkwochen, der Jüdisch-Christliche Joint Study Day, eine gemeinsame Lehrwoche mit der Hebräischen Universität Jerusalem und die Einführungsveranstaltungen in die Judaistik eröffnen Zugänge zu Judentum und Islam. Hinzu kommen Gespräche mit Religionsgemeinschaften, Initiativen und Begegnungen auch außerhalb der Lehrveranstaltungen.

Die Masterclass Bibelwissenschaft und Archäologie bietet zugleich ein forschungsorientiertes Format, das Textarbeit, archäologische Methoden, Exkursionen und den Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort verbindet. Praxiswochen und Masterclass sind als Wahlpflichtelemente gestaltet. Mit der Bewerbung kommunizieren Studierende einen Erst- und Zweitwunsch.

Die Praxiswochen
verbinden das akademische Studium mit konkreten Arbeitsfeldern in Jerusalem und der Region.
In Kooperation mit Schulen, kirchlichen Einrichtungen, politischen Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen und weiteren Partnern gewinnen die Studierenden Einblicke in mögliche Berufsfelder und übernehmen eigene Aufgaben.
Neu eingeführt sind die Praxiswochen, die den Blick über das Studium hinaus öffnen. In Kooperation mit lokalen Institutionen gewinnen die Studierenden Einblicke in unterschiedliche Arbeitsfelder:
- schulische Praxis (Unterricht, Bildung)
- ökumenische Praxis (Kirchen, Klöster, Ordensgemeinschaften)
- politische Praxis (NGOs, soziale Einrichtungen, gesellschaftliches Engagement)
- archäologische Praxis (Ausgrabungsstätten, Forschungsprojekte)
Die Praxiswochen verknüpfen persönliche Interessen mit beruflicher Orientierung und machen das Jahr zu einer Brücke zwischen Studium und Praxisfeldern in Kirche und Gesellschaft.
Interreligiöses Studienprogramm
Muslimisch-Christliche Werkwochen
Für vier Wochen gestalten Studierende der islamischen Theologie gemeinsam mit den TSJ-Studierenden ein interreligiöses Studienprogramm. Seminare, Gebetspraxis und eine gemeinsame Galiläa-Exkursion vertiefen das theologische und persönliche Lernen über Religionsgrenzen hinweg.



